In memoriam Hans und Sophie Scholl

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„Nur in großzügiger Zusammenarbeit der europäischen Völker kann der Boden geschaffen werden, auf welchem ein neuer Aufbau möglich sein wird. (…) Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa.“

Noch immer klingen diese Worte seltsam aktuell. Verfasst wurden sie vor mehr als 70 Jahren, Anfang 1943, mitten im Krieg. Veröffentlicht wurden sie im fünften Flugblatt der Weißen Rose. Autoren waren Hans Scholl, Alexander Schmorell und Prof. Kurt Huber.

Die Flugblätter der Weißen Rose gehören zu dem Besten, was je an politischen Manifesten in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Die Leidenschaft, der Mut, die Kühnheit, ja die Verwegenheit, die aus ihnen spricht, sind noch heute beindruckend. Und in ihrer Klarheit wie in ihrer Entschiedenheit gegenüber dem Verbrechertum der Nazis sind und bleiben sie ein beeindruckendes Zeugnis.

Kurze Zeit später, am 17. Februar 1943, schrieb Sophie Scholl an ihre Freundin Lisa: „Ich lasse mir gerade das Forellenquintett vom Grammophon vorspielen. Am liebsten möchte ich da selbst eine Forelle sein, wenn ich mir das Andantino anhöre. Man kann ja nicht anders als sich freuen und lachen, so wenig man unbewegten oder traurigen Herzens die Frühlingswolken am Himmel und die vom Wind bewegten knospenden Zweige in der glänzenden jungen Sonne sich wiegen sehen kann. O, ich freue mich wieder so sehr auf den Frühling. Man spürt in diesem Ding von Schubert förmlich die Lüfte und Düfte und vernimmt den ganzen Jubel der Vögel und der ganzen Kreatur. Die Wiederholung des Themas durch das Klavier – wie kaltes perlendes Wasser, oh, es kann einen entzücken.“

Am Tag nach der Niederschrift dieses Briefes wurde Sophie Scholl gemeinsam mit ihrem Bruder verhaftet. Sie wurde am 09. Mai 1921 geboren. Ihr 29. Geburtstag sollte später der Tag der Erklärung von Robert Schuman werden. Nur vier Tage nach ihrer Verhaftung verurteilte sie Hitlers Scherge Freisler höchstpersönlich im Münchner Justizpalast zum Tode. Das Urteil wurde noch am späten Nachmittag desselben Tages vollstreckt. Heute vor 73 Jahren, am Montag, den 22. Februar 1943, wurden Sophie und Hans Scholl und ihr Freund Christoph Probst von den Nazis mit dem Fallbeil hingerichtet.

Im Gedenken.

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