Eine europäische Strategie gegen den islamistischen Terror

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Paris hat Vieles verändert. Wer wollte, konnte sich bislang der Illusion hingeben, dass Anschläge von Islamisten in der Europäischen Union auf die üblichen Feindbilder erfolgen: Karikaturisten oder jüdische Einrichtungen zum Beispiel. Selbst die großen Anschläge in London 2005 und Madrid 2004 schienen doch irgendwie eine späte Antwort auf die Beteiligung dieser Länder an der Invasion im Irak zu sein. Sie blieben Einzelereignisse. Paris hat mit diesen Illusionen aufgeräumt. Erbarmungslos wurden erneut 130 Menschen ermordet. Menschen, die an diesem Abend nichts weiter wollten, als das Leben genießen. Viele weitere wurden verletzt. Viele Deutsche hätten unter den Opfern sein können, wenn die Attentäter ins Fußballstadion gelangt wären. Auch auf dem Boden der Europäischen Union hat nun Daesh – die Terrororganisation, die im vergangenen Juni den Islamischen Staat ausrief – deutlich gemacht, dass sie für nichts steht außer Gewalt, Terror und Tod. Sie ist zu einer ernsten Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Welt geworden.

Und Paris ist kein Einzelfall in Europa. Der verhinderte Anschlag im Thalys-Zug, der enthauptete Geschäftsmann in Lyon, die Anschläge in Kopenhagen im Februar, Charlie Hebdo im Januar, der Anschlag auf das jüdische Museum in Brüssel, die Messerattacke auf einen Soldaten in London, die Anschläge in Toulouse, der Angriff auf den Karikaturisten Westergaard oder die verhinderten Anschläge der so genannten Sauerland-Gruppe in Deutschland machen deutlich: die Herausforderung des islamistischen Terrorismus ist auch in Europa umfassend und real. Die Grundfrage daher lautet: was ist die richtige Strategie, um ihr erfolgreich zu begegnen? Sind Militäreinsätze in Syrien und Irak die richtige Antwort?

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